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Kaufen direkt beim Züchter - Schaafe sind nicht immer Weiß 
 
Isolde

Wie auch bei anderen Tieren, wie z.B. bei Hund und Katze, hat man natürlich auch bei Reptilien die Möglichkeit, sein Tier direkt beim Züchter zu kaufen.

Aber auch hier heißt es Augen auf vor dem Kauf, denn Züchter ist nicht gleich Züchter. Beachtet man aber einige wichtige Punkte, dann fällt es auch Neueinsteigern recht leicht einen geeigneten Züchter zu finden.

 

Immer öfter stellt man fest, dass Anfänger schon nach kurzer Zeit damit Anfangen ihre Tier zu verpaaren. Die Gründe dafür sind sehr unterschiedlich. Von "Ich will es einfach mal probieren" bis hin zu "mit den Farbformen mache ich richtig Kohle" ist eigentlich alles vertreten. Nicht selten ist die Enttäuschung bei diesen "Anfänger Züchtern" dann recht groß, wenn nur Wildfarbene Nachzuchten aus den Eiern schlüpfen und die erhoffte "Geldbringende Farbform" ausbleibt.

Aber auch reine Massenzüchter sind immer öfters zu finden. Da die Preise für Nachzuchten eigentlich stetig fallen, versuchen diese Leute dann durch den Verkauf einer großen Anzahl von "Billignachzuchten" wieder einen Gewinn einzufahren. Die Zuchtweibchen sind eigentlich nur noch zum ablegen der Eier da und dementsprechend werden die Tiere dann auch meist gehalten.

Viele dieser "Züchter" haben oftmals nicht einmal das Wissen wie die Zuchttiere überhaupt artgerecht zu Halten sind. Das merkt man sehr schnell in den verschiedenen Internetforen wo diese selbsternannten "Züchter" dann mit klassischen Anfängerfragen daher kommen. In deren Profilen oder Signaturen findet man dann aber fast immer schon die Bezeichnung "Züchter", am besten noch in Fettschrift. Und natürlich hat dann ein jeder auf seiner Internetseite schon eine Rubrik mit der Bezeichnung "Abzugeben" eingerichtet.

Man kann sich sicherlich Vorstellen, was für ein Glück man hat, wenn man von deren Nachzuchten dann ein Tier abbekommt. Da ist dann von kleinen Verletzungen bis hin zu schweren genetischen Fehlern aufgrund von Inzucht eigentlich alles vertreten.

Wie kann man aber nun - gerade als Neueinsteiger - einen Züchter finden, der seine Zucht verantwortungsvoll betreibt?

Darauf gibt es zwar keine 100%ig sichere Antwort, beachtet man aber einige wichtige Punkte, wird die Suche um einiges leichter und man kann sich so zumindest vor den schwärzesten Schaafen schützen.

  • Nehmen Sie sich Zeit für die Suche

    Will man sich einen neuen PC kaufen werden Wochenlang die Angebote gesichtet und Preise und Leistungen verglichen. Warum macht man dieses dann nicht erst Recht beim Kauf eines Lebewesens? Nehmen Sie sich also Zeit um nach einem Züchter und einem Tier zu suchen und kaufen Sie nicht gleich das erst beste, was sich bietet. Fragen Sie im Bekanntenkreis ob evtl. jemand einen Züchter empfehlen kann oder sogar bei diesem schon ein Tier gekauft hat.


  • Beachten Sie den Preis, denn eine Zucht kostet Geld

    Geiz ist vielleicht Geil, aber genau das ist bei Tieren das Problem. Sie sollten dabei berücksichtigen das eine verantwortungsvolle Zucht auch Geld kostet. Das Tier muss während der Aufzucht nicht nur mit Futter, sondern auch mit Vitamin- und Mineralstoffpräparaten versorgt werden und das meist öfter als die Zuchttiere selber. Manchmal ist auch ein Futterersatz, wie z.B. Bioserin, erforderlich, bevor die Tiere selbstständig das normale Futter fressen. Hinzu kommt auch noch der Aufwand der Aufzucht, wie z.B. die tägliche Reinigung der Boxen und das dafür benötigte Material. Besonders ins Geld gehen aber die Kotproben, welche nicht selten - je nach Testumfang - 50,- Euro oder mehr pro Tier kosten. Und dies ist nur ein kleiner Querschnitt durch die Kosten die einem Züchter entstehen.

    Und jetzt Fragen Sie sich selber ob das alles noch Möglich und Finanzierbar ist, wenn die Nachzuchten zu Dumpingpreisen verkauft werden. Sicherlich nicht. Wenn also der Züchter das alles für seine Nachzuchten, und somit auch für das Tier, was Sie später einmal Ihr eigen nennen, tut, dann sollten Sie ihm auch zugestehen, dass er einen entsprechenden und dennoch angemessenen Preis für seine Nachzuchten verlangt. Ob der Züchter dann auch so mit seinen Nachzuchten umgeht können Sie auch nachprüfen, wie Sie nachfolgend sehen werden.


  • Hinterfragen Sie den Züchter und seine Zucht

    Haben Sie einen Züchter gefunden, dann starten Sie doch einfach mal eine Suchanfrage über die Suchmaschinen. Oftmals finden sich dann Beiträge in Internetforen von und/oder über diesen Züchter und dessen Zucht.


  • Unverbindlich Kontakt aufnehmen und Fragen stellen

    Nehmen Sie zuerst einmal unverbindlich Kontakt zu dem Züchter auf. Stellen Sie gezielte Fragen.


    • Wie lange wird die jeweilige Tierart schon gezüchtet

    • Sind die Elterntiere Blutsfremd. Wenn nicht, in der wievielten Zuchtlinie sind dann die Nachzuchten

    • Wie viele Nachzuchten gibt es pro Zuchtsaison von den Elterntieren

    • Wie viele Nachzuchten sind noch aus der letzten Zuchtsaison

    • Wie alt sind die Nachzuchten zum Zeitpunkt der Abgabe

    • Werden regelmäßig Kotproben von den Elterntieren und den Nachzuchten gemacht und wenn ja sind es Einzel- oder Sammelproben

    • Können die Ergebnisse der Kotproben vorgelegt und beim Kauf mitgenommen werden

    • Werden die Nachzuchten mit den erforderlichen Vitamin- und Mineralstoffpräparaten versorgt

    • Werden die Nachzuchten mit den erforderlichen UV-Beleuchtungen versorgt



  • Fragen Sie nach der Buchführungs- und/oder Meldepflicht

    Warum diese - auf den ersten Blick - eigentlich Dumme Frage? Nun, da Sie als Neueinsteiger sich ja über die Tierart bereits informiert haben sollten, kennen Sie die Antwort auf diese Frage. Und selbstverständlich sollte auch der Züchter die Antwort darauf kennen. Aber gerade an so einer doch recht einfachen Frage trennt sich oftmals die Spreu vom Weizen, denn viele dieser sogenannten "Anfänger Züchter" wissen oftmals gar nicht das es eine Buchführungs- und/oder Meldepflicht überhaupt gibt.


  • Fragen Sie nach den erforderlichen Papieren

    Auch hier ist die Information Hinweis auf ein weiteres ThemaVor dem Kauf wichtig. Für einige Tierarten benötigen Sie neben einem normalen Herkunftsnachweis unter Umständen noch weitere Unterlagen. Es gibt auch Tierarten, wo der Züchter nur dann Nachzuchten verkaufen darf, wenn er dafür eine Genehmigung hat. Fragen Sie nach solchen evtl. benötigten Unterlagen und lassen Sie sich vorab bestätigen, dass diese Unterlagen vorliegen und Sie diese bei einem Kauf auch erhalten. Benötigt der Züchter eine Erlaubnis für den Verkauf von Nachzuchten, dann achten Sie darauf das im Herkunftsnachweis eine entsprechende Bestätigung aufgeführt ist, oder dass Sie eine gesonderte Bestätigung darüber erhalten. Ansonsten lassen Sie sich von der Erlaubnis eine Kopie anfertigen.

    Kaufen Sie kein Tier, wenn nicht alle benötigten Unterlagen beim Verkauf mit übergeben werden.


  • Vereinbaren Sie einen unverbindlichen Besuch

    Oftmals die beste Möglichkeit sich von der Qualität einer Zucht zu überzeugen. Hat man sich als Neueinsteiger über die jeweilige Tierart Hinweis auf ein weiteres ThemaVor dem Kauf informiert, so kennt man die Grundanforderungen an die Haltung der Tiere. Bei einem Besuch beim Züchter kann man sehen wie die Elterntiere und die Nachzuchten untergebracht sind. Man kann also einschätzen, ob dass was man sieht auch zu der Tierart passt und man kann grobe unzulänglichkeiten gleich erkennen. Man kann erkennen, ob die Terrarien und/oder die Aufzuchtsterrarien und/oder Boxen sauber sind. Man sieht vor Ort, ob die Nachzuchten mit der erforderlichen UV-Beleuchtung versorgt werden. Einige Züchter erlauben sogar einen Blick "hinter die Kulissen" und zeigen dem Interessenten z.B. auch die Inkubatoren.

    Lassen Sie sich vor Ort die Vitamin- und Mineralstoffpräparate zeigen, welche die Tiere bekommen.

    Bei einem Besuch können Sie evtl. Fragen persönlich stellen, was immer besser ist als z.B. per E-Mail. Hier haben Sie auch die beste Möglichkeit wertvolle Tipps zu erhalten. Vor Ort kann der Züchter z.B. die Technik viel besser Erklären und direkt zeigen, wie man später bei der Haltung einiges Besser und/oder einfacher machen kann.

    Solch ein Besuch hat also nicht nur den Vorteil, dass man die Tiere und die Unterbringung der Tiere sieht, sondern bringt einem auch in Bezug auf das benötigte Wissen ein ganzes Stück weiter. Die Züchter geben ihre Erfahrungen natürlich auch gerne an die Käufer ihrer Nachzuchten weiter, denn dadurch tragen sie dazu bei das die Tiere in ihrem neuen Zuhause auch entsprechend ihrer Art untergebracht werden.


  • Sind die Tiere wirklich Futterfest

    Wenn Sie sich für ein Tier entschieden haben, dann Fragen Sie den Züchter, ob er evtl. ein klein wenig Füttern kann. Bei Schlangen wird dies meist nicht möglich sein, aber einer Agame oder einem Gecko kann man ohne weiteres auch vor dem Transport ein kleines Heimchen oder eine kleine Heuschrecke geben. Jagt das Tier dann selbstständig nach dem Futter, können Sie davon ausgehen, dass es Futterfest ist.


  • Lassen auch Sie sich Fragen gefallen

    Ein erfahrener Züchter wird sicherlich versuchen durch entsprechende Fragen herauszufinden, ob Sie als zukünftiger Halter der Tierart auch über das erforderliche Grundwissen verfügen. Wenn solche Fragen kommen, dann sollten Sie ehrlich antworten. Versuchen Sie dann nicht Wissenslücken zu verbergen. Auch bei entsprechender Information Hinweis auf ein weiteres ThemaVor dem Kauf kann man nicht alles Wissen. Nutzen Sie also die Möglichkeit von den Erfahrungen des Züchters zu profitieren. Sagen Sie es offen, wenn Sie etwas nicht Wissen.


  • Was ist, wenn was ist

    Ein verantwortungsvoller Züchter wird Sie auch nach dem Kauf nicht im Stich lassen, denn er Weiss das gerade in der ersten Zeit, nachdem Sie das Tier dann bei sich Zuhause haben, Fragen aufkommen werden. Fragen Sie aber dennoch vor dem Kauf, ob man Ihnen auch nach dem Kauf bei auftretenden Fragen hilft.


Wie Sie sehen gibt es also einige Ansätze mit denen man die Möglichkeit hat auch als Neueinsteiger einen geeigneten Züchter zu finden.

Bedenken Sie aber, dass jeder Züchter seine Zucht nach seinen Erfahrungswerten betreibt. Daher ist es natürlich selbstverständlich, dass Sie mit Sicherheit bei jedem Züchter Unterschiede in der Haltung sehen werden. Der eine macht es so, der andere so. Die Basis sollte aber eigentlich bei jedem gleich sein und an dieser sollten Sie sich als Neueinsteiger orientieren.

 

Fazit

Auch beim direkten Kauf beim Züchter gilt: Augen auf vor dem Kauf. Beachtet man aber gewisse Punkte und hat man einen verantwortungsvollen Züchter gefunden, dann kann man eigentlich sicher sein dass man ein gesundes Tier erwirbt, dass ein Tier dann (siehe oben) etwas mehr kostet, sollte einem die Sache schon Wert sein, denn eine verantwortungsvolle Zucht kostet auch Geld. Letztendlich kommt dies ja dem Tier und somit auch einem selber zu Gute.



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Thema erstellt: 01.07.2008
Bearbeitet: 01.07.2008

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