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Kaufen auf einer Reptilienbörse - Die Jagd nach dem Schnäppchen 
 
Eiablage

Immer größerer Beliebtheit erfreuen sich die Reptilienbörsen und es werden immer mehr.

Waren es früher noch eher kleine Börsen die meist von privaten Züchtern veranstaltet wurden, so füllen diese jetzt ganze Hallen und ziehen immer mehr Publikum an. Eine sicher interessante Entwicklung, welche aber leider nicht immer zum Vorteil für Käufer und Tier ist.

 

Der Grundgedanke einer Reptilienbörse war eigentlich das private Züchter und potentielle Interessenten einen Ort haben, wo Nachzuchten gehandelt oder getauscht werden können. Sicherlich ein Vorteil für beide Seiten, denn man lernt sich kennen, kann zusätzlich noch Erfahrungen austauschen und findet so auch die eine oder andere seltenere Tierart. Ein weiterer Vorteil war, dads die Tiere eigentlich zu einem vernünftigen Preis angeboten wurden und man eigentlich sicher sein konnte, dass man auch gesunde Tiere erwerben kann, kommen sie doch direkt vom Züchter. Und der wird seinen Ruf nicht aufs Spiel setzen und wissentlich Kranke Tier verkaufen.

Soweit zum eigentlich positiven Grundgedanken und nun zur teilweise bitteren Realität.

Leider entsprechen die heutigen Reptilienbörsen nicht mehr diesem Grundgedanken. Sie sind zu einem kommerziellen Tummelplatz für alle möglichen Anbieter geworden und zum grossteil sind die Angebote nur noch von gewerblichen Verkäufern bestimmt.

Solche Konkurrenz auf engem Raum ist für den Käufer in Bezug auf das Zubehör durchaus interessant. Hier kann man unter Umständen noch wirkliche Schnäppchen machen. Sind die Zubehörpreise auf solchen Börsen im Normalfall sowieso schon günstiger als im Handel, versuchen die Anbieter sich im laufe einer solchen Börsen natürlich mit den Preisen gegenseitig zu unterbieten. Und mit ein wenig Geschick kann man zusätzlich auch noch etwas über den Preis Verhandeln. Aber auch hier gilt die Preise im Auge zu behalten, denn nicht immer ist der gesuchte Artikel trotz Rabatt und Preisnachlass im Endeffekt billiger als im Handel.

Was also in Bezug auf das Zubehör nützlich sein kann, wird für die angebotenen Tiere unter Umständen zu einer Katastrophe.

Finden mittlerweile fast jedes Wochenende solche Reptilienbörsen statt, kann man sich sehr gut Vorstellen, was die Tiere im laufe dieser Börsen so alles mitmachen müssen. Nicht selten kommen die Tiere zwischen den einzelnen Börsenterminen überhaupt nicht mehr aus den viel zu kleinen Plastikbehältern raus.

Dort findet man dann Bartagamen oder Geckos in kleinen Heimchendosen, Leguane in Faunaboxen und ausgewachsene Riesenschlangen in Miniterrarien wo man sich Fragt wie eigentlich die Tür noch zugehen konnte. Und das sind keine Einzelfälle sondern das ist mittlerweile leider die Regel, ja auch selbst bei renommierten Züchtern.

Während einer Börse werden die Behälter dann im Stapel von oben nach unten sortiert, je nachdem welches Tier der Besucher gerne sehen möchte. Die Tiere werden aus den Behältern geholt und beim begutachten dann von Hand zu Hand gereicht oder aber, wenn man das Tier nicht genau sehen kann, dann wird die Plastikdose halt mal kräftig geschüttelt.

Wird das Tier dann nicht verkauft, kann es sich darauf freuen auf den nächsten Börsen das gleiche noch mal durchmachen zu dürfen. Und da eine Börsensaison sehr lang ist kann es schon einmal mehrere Monate dauern bis ein Tier Verkauft ist.

Sie können sich nun sicherlich eine Vorstellung davon machen, wie viel Freude Sie an einem Tier haben werden, was das alles hinter sich hat. Aber wir sind leider noch nicht am Ende.

Dadurch das heutzutage fast jeder Züchtet, also auch Anfänger die von Zucht und Aufzucht absolut keine Ahnung haben, ist die Qualität der angebotenen Tier natürlich gesunken. Hinzu kommen dubiose Anbieter die eine regelrechte Massenzucht betreiben und mit ihren Nachzuchten grundsätzlich auf jeder Börse zu finden sind.

Dementsprechend findet man auf den Börsen immer mehr Inzuchten, unterentwickelte oder sogar kranke Tiere. Man kann also von Glück sagen wenn man ein Tier erwischt, was lediglich Milben hat. Fragt man die Anbieter nach dem Ergebnis der Kotproben der Tiere, wird man nur belächelt oder mit Nachdruck aufgefordert sich von dem Stand zu entfernen. Klar, eine solche Frage kann dem Umsatz schaden, denn Kotproben sind mit Sicherheit nie gemacht worden.

Glücklicher Weise gibt es noch Anbieter und Züchter welche die lobenswerten Ausnahmen sind und die Verantwortungsvoll mit diesem Thema umgehen. Nur wird es immer schwerer diese Leute zu finden, denn es werden leider immer weniger. Dies aber nicht weil diese Leute auch zu solchen Methoden übergehen, sondern vielmehr deshalb weil sie ihre Tiere einfach nicht mehr auf solchen Reptilienbörsen anbieten.

 

Fazit

Abschließend kann man also sagen das solche Reptilienbörsen für den Kauf von Zubehör durchaus zu empfehlen sind. Allerdings gilt auch hier die Preise im Auge zu behalten.

Tier sollte man auf Reptilienbörsen besser nicht mehr Kaufen, es sei denn man kennt den Züchter und dessen Zucht und weiß, dass dieser seine Zucht verantwortungsvoll betreibt. Die Gefahr ist einfach zu groß geworden und man sollte die oben genannten Methoden nicht auch noch durch einen Kauf unterstützen.



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Thema erstellt: 28.06.2008
Bearbeitet: 28.06.2008

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