Juvenile Reptilien stehen natürlich noch ganz am Anfang ihrer Entwicklung und daraus können sich sehr schnell Probleme für den Halter ergeben. Neueinsteiger sind dann nicht selten - aufgrund der logischer Weise noch fehlenden Erfahrung - überfordert, denn die Anforderungen an die Haltung und die Versorgung von Jungtieren unterscheiden sich oft von der bei erwachsenen Tieren.
Einer der häufigsten Fehler ist, das man Jungtiere gleich in ein großes Terrarium einsetzt. Das Ergebnis ist dann meist das die Tiere völlig gestresst sind, nicht mehr Fressen und es zu Problemen bei der Häutung kommt. Jungtiere sollten daher zuerst in kleinen Terrarien gehalten werden. Aufgrund der geringeren Größe gewöhnen die Tiere sich so schneller an die neue Umgebung und der Stress ist bei weitem geringer als wie in einem großen Terrarium.
Ein weiterer Punkt sind die Haltungsbedingungen. Auch, wenn man sich Vor dem Kauf über alles Informiert hat macht man als Neueinsteiger gerade in der Anfangszeit noch seine ganz normalen Fehler und gerade Jungtiere sind für solche Fehler viel anfälliger als adulte Tiere. Je nach Tierart können schon kleine Schwankungen bei der Temperatur oder der Luftfeuchtigkeit dazu führen, dass die Tiere nicht mehr Fressen oder sich nicht mehr richtig Häuten.
Eine Gefahr für Jungtiere ist auch die Einrichtung des Terrariums. Gerade im Bodengrund verbergen sich gerne Krankheitserreger oder Milben. Die daraufhin erforderliche Behandlung setzt natürlich einem Jungtier weitaus mehr zu als einem erwachsenen Tier. Auch lose Einrichtungsgegenstände im Terrarium können für ein Jungtier schneller zur Falle werden.
Nicht selten kommt es insbesondere bei Jungtieren vor, dass diese zu Nahrungsverweigerern werden oder sich zu Futterspezialisten entwickeln. Schlangen beispielsweise nehmen dann nur noch lebende oder nur noch tote Futtertiere, oder akzeptieren nur noch bestimmte Arten von Futtertieren wie z.B. Farbmäuse.
Kommt es dann zum schlimmsten Fall, dass die Tiere die Nahrung vollständig verweigern, bleibt nur noch die Zwangsfütterung, was allerdings einiges an Erfahrung erfordert und selbst für einen Profi nicht immer einfach ist. Hat man Glück, dann reicht es aus dem Tier das Futter einfach ins Maul zu schieben. Hat man hingegen Pech, dann muss man sogar mit Magensonden arbeiten.
Beachten sollte man auch, dass ein Jungtier ein höheres Schutzbedürfnis hat als wie ein adultes Tier. Jungtiere halten sich also viel mehr in ihren Verstecken auf und man bekommt sie dementsprechend seltener zu sehen. |